Du musst nicht in Bethlehem übernachten, damit Gott in dir geboren wird.

Doch manche Orte machen es dir leichter: Willkommen im Kloster Nütschau.

Bethlehem

Seit dem 2. Jahrhundert pilgern Christen nach Bethlehem. Denn in dieser Kleinstadt in Palästina soll in einer Grotte Jesus von Nazareth geboren worden sein. Hier, so bekennen sie, kam Gott zur Welt. Als Mensch wie wir. Aus Liebe zu uns.

Doch wo genau fand die Geburt statt? Die Archäologen sind sich nicht einig. Wahrscheinlich in Bethlehem. Oder in Efrata. Oder gar in Nazareth? Die Frage mag wichtig sein – doch wichtiger als das „Wo“ ist das „Wie“: Wie kommt Gott heute zur Welt?

Vielleicht kommen wir der Antwort näher, wenn wir die Geburt des Kindes als Bild begreifen: Es entsteht etwas Neues, nie Dagewesenes – in uns. Woher es kommt, wissen wir nicht. Vielleicht ist uns das gar nicht recht, denn es stört unseren Alltagstrott. Doch das Kind in uns wächst, greift Raum, beginnt sanft unser Leben zu lenken. Und dann ist es da, wird geboren. Liegt vor uns, schutzbedürftig und klein. Wir fallen auf die Knie wie die Hirten, denn wir erkennen: Gott ist der Vater. Und fühlen uns Maria verwandt.

So verstanden, wird „Bethlehem“ zur Chiffre: Bethlehem ist überall dort, wo Menschen sich der Führung Gottes anvertrauen, ihn in ihr Leben einlassen, sich von ihm wandeln lassen. Ein solcher Glaubensweg kann überall beginnen. Auch und gerade im Kloster Nütschau. Gott sei Dank.