Das Nütschauer Herrenhaus

Um das Jahr 830 wurde an der Trave eine Fliehburg errichtet, mit einem Erdwall umgeben und gesichert: die Nütschauer Schanze. Sie war Teil einer karolingischen Befestigungsanlage, die von der Elbe in nördlicher Richtung bis etwa Kiel reichte. Dieser "Limes Saxoniae" (Sachsenwall) trennte den westlichen, sächsischen Teil vom slawischen Ostteil des Landes, zudem bildete er den einzigen Traveübergang. Hier entstand schon bald ein Herrensitz, der Jahrhunderte später vom Grafen Heinrich Rantzau, einem bedeutenden Humanisten Schleswig-Holsteins, erworben wurde.

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Das Herrenhaus in den fünfziger Jahren.

Im Jahre 1577 begann er mit dem Bau des kleinen Wasserschlosses, dem "Castrum Nutzkow", das mit seinen drei Giebeln bis heute das Wahrzeichen Nütschaus ist und das in seiner äußeren Bausubstanz weitgehend unverändert auf uns gekommen ist. Im 19. Jahrhundert wurde das Innere des Hauses - es hat bis zum Einzug der Mönche 28 Mal den Besitzer gewechselt - völlig umgestaltet. Das Dreigiebelhaus in seinen einfachen, edlen Proportionen, dessen mittlerer Giebel das charakteristische Türmchen aus dem Jahr 1792 trägt, hat hohen künstlerischen Rang.

Am 3. Februar 1951, dem Fest des heiligen Ansgar, erwarb der für diese Region damals noch zuständige Bischof von Osnabrück das Gut Nütschau für die Benediktiner der Abtei Gerleve im Münsterland und vereinbarte mit ihnen: Nütschau wird - mit dem Namen "Haus St. Ansgar" - zunächst als Exerzitienhaus eröffnet. Ziel war aber von Anfang an die Errichtung eines Klosters nach der Regel des heiligen Benedikt.

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Das renovierte Herrenhaus und das Konventgebäude.

Nach und nach ergänzten weitere Bauten das Ensemble: die heutige Bildungsstätte Haus St. Ansgar (1954/59), die Klosterkirche mit dem Stillen Bereich (1974), Speiseräume und Küche sowie das damalige Schwesternhaus, die Erweiterung des Jugendhauses St. Benedikt (1990), das neue große Konventgebäude (1998), das renovierte Herrenhaus (2006) und die noch verbliebenen umliegenden Ländereien bilden das Erbe und den Auftrag eines Klosters ins dritte Jahrtausend.

Wer hier lebt oder zu Gast ist, soll spüren, dass Gott den Menschen Hoffnung und Zukunft gibt.

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