Benediktiner im Norden

Intus monachus sed foris apostolus - Viele Glaubensboten im Norden waren Benediktinermönche

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Ein kleines Wahrzeichen von Nütschau ist die Ewig-Licht-Ampel aus dem Kloster Montecassino, wo sie in der Wohnzelle des hl. Benedikt gehangen hatte.

Erzbischof Wilhelm Berning hat dem Kloster Nütschau den heiligen Ansgar mit auf den Weg gegeben. Ansgar, im Jahre 801 in Nordfrankreich geboren und im Kloster Corbie aufgewachsen, lebte in einer Zeit der Aufbrüche. In einem blühenden Kloster lernte er Jesus Christus zu lieben. In einer Pfingstnacht empfing er seine Berufung. Er ließ sich zunächst in die Neugründung Corvey an der Weser und zu den Wikingern senden und wurde später der erste Bischof von Hamburg. In der Mitte seines Lebens musste er bei der Zerstörung Hamburgs durch die Wikinger die Not der Vertreibung erfahren (845). Er wurde für die ihm Anvertrauten zum Vater der Armen. "Intus monachus sed foris apostolus", im Inneren Mönch, nach außen Apostel, so beschreibt ihn Adam von Bremen. Ansgar blieb auch als Bischof Mönch. Er starb am 3. Februar 865. Sein Lebensbild hat uns sein Nachfolger, Bischof Rimbert (865-888), überliefert.

Im Jahre 1965 hat Bischof Helmut Herrmann Wittler dem Kloster Nütschau ein Ansgarreliquiar geschenkt. Die tragenden Kräfte der christlichen Überlieferung erweisen sich bis in unsere Tage als schöpferisch. In Norddeutschland sind aus der Christianisierungszeit noch zwei weitere Namen überliefert: der heilige Bischof Vizelin, der Apostel von Holstein, und der Benediktinerabt Ansverus und seine Mönche in Ratzeburg.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg wiederbelebte Ansveruswallfahrt nach Ratzeburg machte die Brüder gleich bei der Gründung Nütschaus auf den heiligen Ansverus aufmerksam, der mit seinen Mönchen vor neun Jahrhunderten den Märtyrertod starb. Diese Benediktiner lebten im St. Georgskloster am Ratzeburger See, bis der ganze Konvent am 15. Juli 1066 zwischen die Mühlsteine eines jähen politischen und religiösen Umschwungs geriet, aus dem Kloster gewiesen und gesteinigt wurde. Wir können nur ahnen, wie einfach unsere Mitbrüder damals gelebt haben. Dennoch sind sie nie vergessen worden. Die Stätte ihres Martyriums ist mit einem nordischen Radkreuz, dem Ansveruskreuz, bezeichnet, und die Ansveruswallfahrt ist Jahr für Jahr ein Familienfest im jungen Erzbistum Hamburg.