"Alles reichlich?" - Sorgen für Leib und Seele

Wussten Sie schon, dass Mönche nicht nur schwarzen Kaffee trinken, sondern auch mal ein Bier? Dass ihr Essen aus denselben Töpfen kommt wie das Menü der Gäste und ihre Wäsche zusammen mit dem Bettzeug der Besucher gereinigt wird? Etwa 25 Frauen und Männer - fast doppelt so viele Angestellte wie Mönche - sind beim Kloster Nütschau beschäftigt, um in verschiedenen Arbeitsbereichen ein Kunststück zu vollbringen: Sie sorgen für bis zu 200 Gäste und für 17 Mönche und bieten die Grundlagen für deren Wohlbefinden.

Frau Birgit Groth ist oft die erste Kontaktstelle für zahlreiche Kursteilnehmer im Haus St. Ansgar. Zusammen mit Bruder Heribert und Bruder Lukas organisiert sie die Belegung, sorgt für das Jahresprogramm und nimmt Anfragen für die Seminare und Besinnungstage entgegen. Wenn ein voll besetzter Reisebus, der nicht angemeldet und auf dem Terminplan nicht vermerkt ist, plötzlich am Fenster auftaucht und langsam die Feldsteinmauer entlangfährt, dann schlägt ihr Herz schneller. Auch die Verteilung der Räume gehört zu ihren Aufgaben. "Da treffen schon mal verschiedene Welten aufeinander", sagt sie lachend, wenn sie versucht, eine liturgische Werkwoche für Familien, ein Atemseminar und eine Krankenpflegeschulklasse unter einen Hut zu bringen.

In den letzten Jahren wird eine Veränderung deutlich. Die Gruppen werden kleiner und im Altersdurchschnitt älter. Andererseits suchen immer mehr Menschen das Kloster auf, um hier Stille und Sammlung zu finden, um den Stress abzubauen und wieder zu sich zu finden. Da gilt es, das Angebot des Hauses den Bedürfnissen der Menschen anzupassen.

Mehr im Verborgenen geschieht die Arbeit der Frauen, die im Haus St. Ansgar unter der Leitung von Sabine Haar für die Hauswirtschaft zuständig sind. Fleißige Hände beziehen Tag für Tag Betten neu und reinigen Gästezimmer und Nasszellen, sie bringen die Seminarräume in Ordnung und sorgen für den oft gelobten Blumenschmuck. Die größte Freude erleben die Frauen, wenn Gäste ihre Zufriedenheit äußern und betonen, dass sie sich in der Oase Kloster Nütschau wohlgefühlt haben.

zum Vergroessern hier klicken
Die Tische im Speiseraum werden liebevoll gedeckt.

Einen anderen wesentlichen Beitrag für das leibliche Wohl leistet die große Küche unter der Leitung von Michael Jaster und Heidelore Pingel. Sämtliche Mahlzeiten werden hier frisch zubereitet. Täglich gibt es mittags ein Drei-Gänge-Menü, zum Kaffee frisch gebackenen Kuchen und zum Frühstück und Abendbrot ein großes Buffet. Immer wieder kann der hungrige Esser die hilfsbereite Frage der Angestellten hören, ob an seinem Tisch "noch alles reichlich" vorhanden sei.

Damit beim Essen "alles reichlich" bleiben kann, prüft unsere Buchhalterin gewissenhaft die Ein- und Ausgaben und alle anderen für die Verwaltung relevanten Daten. Dabei steht sie in engem Kontakt zu Bruder Godehard, dem Verwalter des Klosters. Sie lobt das wohltuende Betriebsklima in enger Nachbarschaft zur Anmeldung, die die Klosterpforte wie auch die Rezeption des Hauses St. Ansgar und des Stillen Bereiches umfasst.
"Hierher kehre ich nach jedem Urlaub gerne zurück, denn so etwas gibt es kaum noch in der freien Wirtschaft", meint Frau Groth. Wohl spürt man auch hier mittlerweile den größeren Druck, der durch die kleiner werdenden Gruppen und das knappere Geld entsteht. Dennoch hat das Haus St. Ansgar seine besondere, wohltuende Atmosphäre behalten.