Aktuelles

Jahresrückblick 2016

zum Vergroessern hier klicken

Barmherzig wie der Vater - dieses Wort Jesu zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Jahr, das Papst Franziskus 50 Jahre nach dem Konzil zum Heiligen Jahr erhoben hat. Vom Äbtekongress im September in Rom hat unser Prior Johannes ein Wort des Papstes mitgebracht: „Die heutige Welt zeigt auf, dass wir immer mehr Barmherzigkeit benötigen. Jede zwischenmenschliche Beziehung braucht das und wir sollten uns deshalb allen Bedürftigen zuwenden” – ein Lebensprogramm in der Nachfolge Jesu, das über dieses Jahr hinaus weist.

Unser Kloster
Unser Novizenmeister Br. Gregor führte am 29. September unseren Novizen Br. Raphael zur zeitlichen Profess. Wir alle freuen uns, dass Br. Raphael diesen weiteren Schritt in unsere Gemeinschaft tun konnte.
Seit September 2015 studiert Br. Lukas Theologie im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen. Er hat inzwischen die bischöfliche Beauftragung zum Lektorendienst und Akolythat erhalten. Br. Johannes hat seine Ausbildung zum Supervisor fortgesetzt und wird sie im März 2017 abschließen.

zum Vergroessern hier klicken
Br. Raphael nach seiner zeitlichen Profess mit Br. Prior Johannes

Dieses Jahr durften wir auch wieder einige besondere Professjubiläen und Geburtstage feiern. Der Ostermontag war der 65. Professtag von Br. Gaudentius. Nach dem Evangelium erneuerte er seine Profess im Gesang des Suscipe. Wir freuten uns über dieses seltene Fest in unserer Mitte, das auch genau mit dem Alter unseres Klosters übereinstimmt. Zwei Wochen später konnte unser Br. Josef seine Silberne Profess feiern. Nach seiner ewigen Profess 1994 leitete er das Jugendhaus St. Benedikt und absolvierte dann eine Ausbildung in Initiatischer Therapie auf dem Benediktshof in Münster. Nun leitet er schon lange das Haus Raphael. Wir freuen uns, dass dieses Haus für Männerarbeit bei uns entstehen konnte und gut genutzt wird. Gleichzeitig vollendete Br. Heribert sein 80. Lebensjahr mit einigen Gästen aus Familie und Freundeskreis.

Haus St. Ansgar
Bruder Willibrord schreibt zu unseren Aufgaben: „Was wir in Nütschau tun können ist, all das, was zur Zeit an Verstörungen in unserem Land geschieht, mit unserem Gebet zu begleiten. Die Menschen, die zu uns kommen, laden wir zum gemeinsamen Gebet ein. Wer miteinander betet, wird den anderen achten und er wird keine Gewalt anwenden. Gebet und einander Kennenlernen sind Wege zum friedlichen Miteinander. Die Erfahrung machen wir täglich mit unseren Flüchtlingen.”

zum Vergroessern hier klicken
Br. Lukas wurde als Akolyth beauftragt

Im Haus St. Ansgar spüren wir zunehmend die sich verändernde Situation in Kirche und Gesellschaft. Die kirchlichen Gruppen werden kleiner. Die Teilnehmerzahl an den Kursen wird aber kaum geringer. Immer mehr Menschen ohne Konfession melden sich zu Veranstaltungen an. Offenbar suchen Menschen ohne Konfession bewusst ein Bildungshaus, dessen Atmosphäre von einem Kloster geprägt ist. Sie hoffen, hier auf dem Weg der Selbstfindung Hilfe zu finden, oft auch zum Verstehen und Bestehen ihrer Lebenskrisen. Diese Entwicklung wird besonders deutlich im „Stillen Bereich“, dem Bereich für Einzelgäste. Dankbar sind wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre gute Arbeit. Immer wieder werden die gute Küche und die Atmosphäre des Hauses gelobt, der Blumenschmuck und die Freundlichkeit.

Jugendhaus St. Benedikt
zum Vergroessern hier klicken
I want you for JuSt.Be - Der Erzbischof gewann den ersten Liegestuhl
Ein Höhepunkt im Programm des Jugendhauses war die Jugendvesper im Oktober mit Erz- bischof Dr. Stefan Heße, der gerade aus Rom gekommen war. Ausgehend von dem Wort Jesu „Ich war fremd und ihr…“ ermutigte Erzbischof Stefan die etwa 120 jungen Leute, in jedem anderen Menschen Christus zu entdecken und entsprechend zu handeln, was oft im Unscheinbaren geschehen könne.
Im August pilgerte Br. Johannes mit 10 jungen Erwachsenen wieder ein Stück des Jakobs- weges, diesmal von Bremen bis Vechta. Am Ziel angekommen fanden die jungen Pilger gastfreundliche Aufnahme bei der Familie von Br. Johannes.

Ikonenkreuzweg, Kunst und Ausstellungen
zum Vergroessern hier klicken
Das Ikonenkreuzwegbuch von Br. Ansgar ist jetzt in unserem Buchladen erhältlich
Vom1. bis 4. Advent 2015 hat Br. Ansgar auf Anfragen des Erzbistums im Hamburger
Mariendom 32 Ikonen ausgestellt, die viel Anklang fanden. In diesem Jahr ist ein Ikonen-Kreuzweg mit 15 Stationen in seinem Atelier entstanden. Diesen hat er als Buch drucken lassen, welches nun im Buchladen erworben werden kann.

Von der internationalen Gartenschau 2013 in Hamburg-Wilhelmsburg haben wir aus dem „Garten der Religionen“ für unseren Klostergarten ein Glaskreuz erhalten, welches nun vor dem Herrenhaus an der Brücke zum Haus St. Ansgar seinen Platz gefunden hat. Dieses Kunstwerk stammt, wie unsere Vaterunser-Stele, vom Heilbronner Glaskünstler Raphael Seitz. Das Psalmwort „Du zeigst mir den Weg zum Leben“ weist darauf leuchtend den Weg.

In der österlichen Bußzeit kam es zu einer schönen Begegnung an unserem Wegekreuz. Zufällig traf Br. Benedikt bei einem Rundgang mit einem Journalisten Herrn Norbert Weppelmann (69). Er und sein Bruder Burkhard hatten im Jahre 1963 den Sockel für das Kreuz, das von dem Künstler Heinrich Lückenkötter gestiftet worden war, aus Nütschauer Feldsteinen aufgemauert. Jetzt war Herr Weppelmann gekommen, um die Ausfugung an „seinem“ Kreuz zu erneuern. Diese zufällige Begegnung war schon von Osterfreude geprägt und von der Erinnerung an ein Stück Nütschauer Geschichte.

zum Vergroessern hier klicken
Das Glaskreuz steht nun vor dem Herrenhaus an der Brücke zum Haus St. Ansgar

Eine Reihe von Ausstellungen haben das Leben im Haus St. Ansgar in diesem Jahr angereichert, zunächst die Doppelausstellung „Lichtblicke“, Fotografien von Sabine Hannesen und Bronzeskulpturen von Heimo Ertl. Am 1. Mai führte Erzbischof em. Werner Thissen in Portraits der Künstlerin Carolin Beyer ein. Zu ihrer Ausstellung „Wofürsein? Dafürsein!“ sagt die Malerin: „Jedes Portrait ist der Versuch, einen Menschen bei aller Komplexität in seinem Kern zu erfassen. So wird es zu einer Expedition in das Seelenleben eines Gegenübers.“ Die Ausstellung von 70 Werken des Künstlers Albert Christoph Reck, die am 30. Oktober eröffnet wurde, ist insofern etwas Besonderes, als sie auf einen Betonglas-Kreuz- weg verweist, den der damals junge Künstler vor über 50 Jahren für unser Kloster schuf. Damals kam er mit vielen anderen Heimatvertriebenen in unser Land. Nun freuten wir uns, dass der 94jährige Künstler, seine Frau und die Familie anwesend sein konnten. Seine Tochter Genoveva Johanna wies auf diese wesentlichen Zusammenhänge hin. Eine musikalisch begleitete Performance wurde zur Brücke nach Swasiland in Südafrika, wo die Familie lange Jahre gelebt und Wurzeln geschlagen hat.

Äbtekongress in Rom
zum Vergroessern hier klicken
Äbtekongress in Rom
Ein Höhepunkt dieses Jahres war für die Benediktinerklöster der Äbtekongress im September in der Abtei Sant´ Anselmo in Rom, auf dem unser Prior Br. Johannes uns vertrat. Thema war: „Gemeinschaft, erleuchtet vom Wort Gottes“. Abtprimas Notker Wolf gab aus Altersgründen sein Amt zurück. Der Äbtekongress wählte am 10. September Abt Gregory Polan (66), Conception Abbey. Br. Johannes erzählte uns bei seiner Heimkehr, wie einladend Abt Gregory von der klösterlichen Berufung sprach.

Kirchenasyl
Auch in diesem Jahr kam eine Reihe von Gästen zu uns ins Kirchenasyl; die Flüchtlingesind eine große Bereicherung für unser Leben, und wir sind froh, dass wir die Möglichkeit haben, sie bei uns aufzunehmen. Zum Teil können sie in ganz neu renovierten Zimmern mit Dusche und WC leben. Durch die Unterstützung des Freundeskreises und des Erzbistums konnten wir den Anbau des Hauses St. Ansgar sanieren. Dadurch haben wir die Möglichkeit, immer wieder Menschen in Not oder auf der Pilgerschaft ein Zimmer anzubieten. Sehr wichtig für die Flüchtlinge ist der regelmäßige Deutschunterricht. Die ausländischen Gäste revanchieren sich durch Mithilfe im Garten, in der Raumpflege oder auch in der Spülküche. So kommt es zu einem guten Miteinander mit unseren Angestellten. Br. Benedikt ist der Ansprechpartner für die Flüchtlinge und pflegt den Kontakt zu den Behörden. Die längste Verweildauer bei den Kirchenasylen war 13 Monate, die kürzeste Zeit betrug zwei Wochen.

zum Vergroessern hier klicken
aktuelles Konventfoto nach der zeitlichen Profess von Br. Raphael (nicht auf dem Bild: Br. Lukas, Br. Willibald, Br. Burkhard)

Freundeskreis
Dankbar sind wir den vielen Menschen, die uns durch ihre materielle und ideelle Hilfe unterstützen. Wir haben neben dem schon genannten großen Projekt der Sanierung des Anbaus durch den Freundeskreis verschiedene Anschaffungen finanzieren können, beispiels- weise einen kleinen Traktor für die Wegepflege, neue Kaffeebecher für den Speisesaal der Gäste, einen Bilderzyklus für das Haus St. Ansgar und massive Holzbänke für unsere Spaziergänger.


Dieses Jahr legen wir in Gottes Hände zurück, wir gehen gemeinsam unter der Führung des Evangeliums dem kommenden mit Zuversicht entgegen. Von Herzen wünschen wir allen Lesern, unseren Schwestern und Brüdern, Verwandten, Freunden und Nachbarn, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein gutes neues Jahr 2017!

Die Klostergemeinschaft in Nütschau

« zurück